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Bad Kohlgrub

 

Venediger Mandl

Die Sage vom Schatzloch auf dem Hörnle

Vor vielen hundert Jahren soll jedes Frühjahr aus Venedig ein Männlein zum Goldgraben hergekommen sein, das seinen Esel in der Mühlgasse beim "Biamo" einstellte.

Dieses Wandgemälde erinnert daran, zu sehen an der Hauptstraße 23.

 

Prof. Max Dingler verfaßte zu der Sage folgendes Gedicht: 

Vor langer Zeit in jedem Jahr
kam, wenn der Schnee geschmolzen war,
ein Männlein aus dem welschen Land
mit einem Esel an der Hand
zu uns, weil es ergraben wollt
am Hörnle manch geheimes Gold.
Im Herbst verließ es unseren Ort
und zog zur fernen Heimat fort.
Einmal, da wollt es seinen Wirt,
bei dem es in Kohlgrub logiert,
hinführen an die Bergeswand,
wo das ersehnte Gold sich fand.
Dem aber graute vor dem Wicht,
drum folgt er der Versuchung nicht.
Und seitdem kam, so geht die Mär,
das Männlein nimmer zu uns her.
Und ruht das Gold in Ewigkeit.
Das "Schatzloch" heißt der Platz noch heut.

 
 

Die Sage vom Ritterfräulein in der Obernau

Vor vielen hundert Jahren stand in der Obernau ein Ritterschloß. Die Bewohner waren böse, rachsüchtige Menschen und hatten mit niemandem Erbarmen. Neben dieser Burg am Geißberg ließ eine arme Frau die Ziegen weiden, die sie jeden Tag von Kohlgrub her über die Geißgasse herauftrieb. Auf ihrem Rücken trug sie ihr kleines Kind mit. Einmal hatte sie nichts zu essen. Da ging sie zur Burg, um ein Stück Brot zu erbitten. Als sie durch das Burgtor kam, begegnete ihr das Burgfräulein, das soeben zur Jagd ritt. Schnell brachte die Frau ihre Bitte vor. Da lachte das Fräulein und sagte: "Geh´ nur ein wenig vor mir her! Ich werde dir schon etwas geben, daß du dein Leben lang genug hast".

Nachdem die arme Frau dem Befehle gehorcht hatte, gab das Burgfräulein dem Pferde die Sporen, sprengte auf Mutter und Kind zu und ritt sie zu Boden. Sterbend lagen die beiden auf der Erde. Da ballte die arme Frau mit letzter Kraft die Faust und fluchte dem ganzen Burghof. Sogleich erhob sich ein furchtbarer Sturm und Roß und Reiterin waren in einen greulischen Frosch verwandelt. Bald darauf kam von Westen her ein starkes Kriegsvolk. Alle Burgbewohner wurden gefangengenommen und die Burg in Brand gesteckt. Das Burgfräulein aber sollte solange in einen Frosch verwandelt bleiben, bis ein unschuldiges Mädchen ihn durch einen Kuß erlöst.

 

Die Sage vom Kindlesgraben

Im Kohlgruber Dialekt

Voar a guat hundart Johr, do sich bein "Weba" am Steigra a Kind recht beas gwes. Na hat´s d'Webarin ba d´r Tir naus to und hat gset: "Wauwau, nimm´s mit!" A bissla d´rnoch hat´s ´s wiedr rei to. D´rweil isch nimma drauß gwes. Ma isch na glei gan Nachba ganga. Ab´r ninderscht is gwes. D´Mand send in d´rselba Nocht no gan Suacha furt. Ab´r nindersch is heaganga.

A Zeitlang d´rnoch isch d´r olt Ob´rnaua zon Holza ganga ins Hearala nauf. Zmol siacht a des Kind in Hemmat unt´r an Daxbam din. Ma hat schpat´r auf den Plotz a Kreiz no gmacht und a Tofl, wo olls drauf steaht. Den Plotz hoaßt ma seitdem "ban Kindla" und den Grab´n den "Kindlesgrab´n".