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Bad Kohlgrub

 

Kirche St. Martin Bad Kohlgrub

Pfarrkirche

Patron St. Martin 

Ursprünglich romanischer Steinbau mit geradem Chorabschluß und Turm mit Satteldach, der nach den Ungarneinfällen (Ende des 10. Jh.) errichtet wurde. Die Pfarrkirche St. Martin wurde im 14. Jahrhundert, angenommen wird das Jahr 1342, erbaut. Veranlaßt hat den Bau der Kirche der damalige Probst Ulrich V. Sturmlein des Klosters Rottenburg. Der Hauptteil des Turmes mit Schalldoppelfenstern und Mittelstütze stammt noch aus dieser Zeit. Weitere bauliche Änderungen gab es Ende des 16. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Die jetzige bauliche Gestalt der Kirche kam in den Jahren 1722 - 1729 zustande. An den bereits im 17. Jahrhundert errichteten Chorraum wurden Langhaus mit Vorzeichen und Sakristei angebaut. Das Innere der Kirche wurde im Stil des Barock mit Stuckarbeiten der Wessobrunner Schule (Josef Schmutzer) ausgeschmückt.

Um 1750 erhielt der Turm seinen barocken Oberbau mit Einbuchtungen an den Eckkanten, darüber eine achteckige Laterne mit Zwiebel, goldenem Knauf und einem reich verzierten Doppelbalkenkreuz (Scheyerer Kreuz - Symbol: Kirche besitzt ein Kreuzpartikel). Hochaltar, Schalldeckel der Kanzel, Oberaufsatz des Taufbeckens und vermutlich auch die Orgelempore im Innern der Kirche wurden um 1780 von dem einheimischen Kistlermeister Peter Sam angefertigt.

Das Altarbild vom Jahr 1729 mit der Darstellung des Hl. Martin von Tours ist ein Werk des bekannten, aus Wildsteig stammenden Barockmalers Martin Speer. Zwischen den Säulen große Heiligenfiguren - Sylvester und Korbinian (1729). Im südlichen Langhaus großes Kruzifix mit Mater Dolorosa (1760), an der unteren Empore Bilder aus der Martinslegende (1730 und 1780). Unter der Empore Schnitzfigur Hl. Martin 1. Hälfte 16.

Die letzte Renovierung erfolgte im Jahr 1988, bei dem das spätgotische Ziffernblatt an der Ostseite des Turmes freigelegt wurde.

 

Kriegerdenkmal Bad KohlgrubKriegerdenkmal

Das Kriegerdenkmal in Bad Kohlgrub steht am Platz vor dem Rathaus. Seit 1878 stand an diesem Platz ein Obelisk. 1967 errichtete die Gemeinde dieses neue Kriegerdenkmal, der Granitstein stammt aus der Oberpfalz, die Figur des Erzengels Michael als Drachentöter, der den Gewalten der Kriege Einhalt gebietet (gebieten soll?) stammt vom Oberammergauer Bildhauer und ehemaligen Direktor der Staatl. Fachschule für Holzbildhauer Hans Schwaighofer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kriegerkapelle Bad KohlgrubKriegergedächtniskapelle

Kriegergedächtniskapelle in Bad Kohlgrub

Erbaut 1992 - im Kurgarten, mit Madonna von Stalingrad (Hans Seitfudem 1992).

 

 

 

  

Pfarrhof Bad KohlgrubPfarrhof

Typisches Repräsentationsgebäude aus der Zeit der Klosterherrschaft mit Walmdach, erbaut 1735 (ähnlich altes Schulhaus neben der Pfarrkirche). 

Das erste Gebäude an dieser Stelle stammt aus dem 14. Jahrhundert. In der Zeit zwischen 1581 und 1730 wurde es als "Mesnergütl" bezeichnet, d.h. in dieser Zeit wohnte hier der Mesner der St. Martins-Kirche. Ursprünglich wurde Kohlgrub von Priestern des Ammergaus betreut, das seit 1140 dem Diakonat Rottenbuch angehörte. Der Probst von Rottenbuch war es auch, der am 28. September 1734 mit dem Dekanat Freising eine Abmachung erzielte, die besagte, daß Kohlgrub eine "Expositur" mit einem eigenen "Vikar", wie es damals hieß, werden sollte. Der 1. Vikar von Kohlgrub hatte den schönen Namen Aldobrandus Sießmayr. Ihm folgten insgesamt 7 Vikare und 13 Pfarrer, also insgesamt 21 Priester bis zum heutigen Tag. Im Frühjahr 1735 wurde mit dem Bau begonnen, als erstes wurde der sogenannte "Zehent-Stadel" und die Stallung erbaut, heute das Pfarrheim. Dem Vikar wurde erlaubt 10 Rinder und 2 Pferde zu halten. Danach wurde der Pfarrhof als ein stattlich-behäbiger Klosterbau im Stile Rottenbuchs und des 18. Jahrhunderts errichtet. 

Spruch über dem Eingang des Pfarrheimes "In Ettal und in Rottenbuch, Kohlgrub stets deine Quelle such" soll die Zugehörigkeit unseres Ortes zu diesen beiden Klöstern aufzeigen. Das Ammertal wurde ab dem 9. Jahrhundert von den Welfen besiedelt, die Siedlungen kamen über das Kloster Kempten an das Kloster Rottenbuch. Während das Kloster Rottenbuch der Grundherr über die Güter war, lag die Gerichtsbarkeit beim Kloster Ettal. Später gehörten auch einige Gehöfte zum "Heilig-Geist-Spital" nach Weilheim. So blieb Kohlgrub von der Gründung bis zur Säkularisation 1803 unter der Herrschaft der beiden Klöster und entwickelte sich durchaus positiv. Daher kommt auch der Ausspruch "Unter dem Krummstab läßt sich´s gut leben".

 

Dorflinde Bad KohlgrubDorflinde

Zum Andenken an die Grundsteinlegung des Pfarrhofes 1835 pflanzte der Nachbar Benedikt Erhard "der Schnurrabart" die Dorflinde, die heute ein stattliches Alter aufweist. Die Madonna mit dem Kind an der Südseite der Dorflinde ist ein Werk des verstorbenen Kohlgruber Holzbildhauers Josef Wimmer. Vor der Umgestaltung des Kriegerdenkmals zierte Sie den Dorfbrunnen.

 

 

 

 

 

Fuchs-Anwesen Bad KohlgrubDas Fuchs-Anwesen

Beim "Fuchs", so heißt der Hausname, war einer der größten Bauern im Ort und wird heute nur noch im Nebenerwerb geführt. An der stattlichen Größe und Breite des Hofes kann man noch etwas vom bäuerlichen Wohlstand vergangener Zeiten erahnen. Der Hof wurde erstmals 1523 erwähnt und gehörte einst zum Heilig-Geist-Spital Weilheim. Das heutige Gebäude wurde 1755 in Blockbauweise errichtet, die Außenmauern wurden verputzt. Das wertvollste an diesem Haus ist an der Frontseite ein sogenanntes "Vexierbild" (Latten- oder Lamellenbild), bei dem man, je nach Standort, drei verschiedene Madonnenbilder erkennen kann. Von rechts zeigt es das Ettaler Gnadenbild, von links die Madonna vom Hohen Peißenberg und von vorne die Immaculata ( die unbefleckt Empfangene) nach einem Bild von Tiepolo. Der Künstler des 1755 entstandenen Bildes ist unbekannt. Das Vexierbild wurde bei der letzten Fassadenerneuerung restauriert, leider wurde es durch äußere Einflüsse sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Fensterverzierungen sind der Originalfassung, die ursprünglich in Sgraffitotechnik in den Putz eingeritzt war, nachempfunden. Teilweise ist das Original noch über der Haustüre erkennbar. Der Hausname "beim Fuchs" kommt vermutlich von der fuchsroten Haarfarbe eines früheren Besitzers.

  

Schatzloch Bad KohlgrubHaus Schatzloch

Hausname Schneider Jörgl - in dem im Jahre 1720 erbauten Haus wohnte ein Schneider mit Vornamen Georg. 1955 ließ der jetzige Besitzer Georg Wimmer vom Münchner Maler Lorenz Kilian (Benediktbeuren Hotel Post, Goethes Reise nach Italien) das Freskengemälde vom Venediger Mandl malen. Der Text stammt vom Murnauer Prof. Max Dinger. Das Venediger Mandl soll tatsächlich in Kohlgrub gewesen sein. Der Besitzer vom Kurhaus, Herr Faller ließ am Hörnle nachsuchen und tatsächlich fand man in einer Höhle am hinteren Hörnle einen Pickel und einen verbeulten Eimer. Es könnte sein, daß der Mann aus Venedig Quarz gesucht hat, einen wichtigen Rohstoff für die Glasherstellung. Die Venezianer hüteten lange Zeit die Technik der Glasherstellung als strenges Geheimnis. Die Legende vom Venediger Mandl kursiert im gesamten Alpenraum in verschiedenen Versionen 

 

Jägerjörgl Bad KohlgrubHaus zum Jagerjörgl

Der Jagerjörgl ist wohl eines der ältesten Häuser am Ort und steht unter Denkmalschutz. Die Fresken des Hl. Martin stammen von Franz Seraph Zwick, der "Lüftlmaler", der auch das Pilatushaus bemalte. Hier schuf er sein letztes Werk. Interessant ist auch der aufwendige Zierbundgiebel (Zierbund = künstlerisch gestaltete Dachkonstruktion im Giebelbereich eines Hauses).

Heute wird der Jagerjörgl für die standesamtliche Hochzeit genutzt. Ausserdem gibt es dort einen kleinen Hofladen mit regionalen Produkten, der immer freitags von 15.00 - 18.00 Uhr geöffnet hat.

 

Pauluskirche Bad KohlgrubEvangelische Kirche (Pauluskirche)

Die Pauluskirche befindet sich am Gstaig und ist 1934 von Prof. Bestelmeier (dem Architekten des Festsaals des Deutschen Museums in München) erbaut - offener Dachstuhl mit nach Osten gerichtetem Chor. Pastorisierung durch das evanglische Pfarramt Murnau.

 

 

 

 

 

Gotthelflinde Bad KohlgrubGotthelflinde

Der Gründer des ersten Kurhauses, Herr Baumgartner, ließ dort eine Linde pflanzen und eine Ruhebank errichten und brachte am Baum eine Tafel mit folgendem Zitat aus den Werken Jeremias Gotthelf (Schweizer Erzähler 1797 - 1854) an:


Gotthelflinde
Gott helf uns in schweren Tagen,
Gott helf uns das Leid tragen,
Gott helf uns in Kummer und Sorgen,
Gott helf uns heut und morgen.

 

 

 

Rochuskircherl Bad KohlgrubSt. Rochuskapelle

Nach der verheerenden Pestseuche 1633/1634 auf dem damaligen Pestfriedhof durch die Gemeinde erbaute Votivkirche; dem Pestheiligen St. Rochus geweiht. 1733 im Auftrag der Gemeinde von Josef Schmutzer neu erbaut, mit zartem Gitter-, Bandwerk- und Blütengirlandenstuck im flachen Tonengewölbe. Hochaltar von 1733 mit Immaculatafigur, seitlich St. Rochus- und St. Sebastianfiguren, unter der Empore Mondsichelmadonna um 1480. Deckenfresken illustrieren die Rochuslegende (18.Jh.). Das Kirchlein mit dem schmucken Zwiebelturm wurde 1983 ganzheitlich restauriert. Der alte Pestfriedhof ist heute gemeindlicher neuer Friedhof.

 

Adele-Gerhard-Bank

Adele Gerhard, Schriftstellerin (geb. 1868 in Köln, gest. 1952 in Berlin), langjähriger Kurgast in Bad Kohlgrub, liebte vor allem die offene Landschaft der Moorstiche und beschrieb sie in ihren Novellen. Die Bank am Rande des Torfstiches war ihr Lieblingsplatz und wurde nach ihrem Tod Adele-Gerhard-Bank genannt

 

Votivbuche

Am Weg zum Blindenheim und nach Altenau. Nach einem Mord im Jahre 1788 mieden die Menschen diesen Weg. Ein Bauer brachte an einem Baum ein Marienbild an, um die bösen Geister zu vertreiben. (Votiv = Gelöbnis).

 

Nagelfluhfelsen

Auf dem Weg zur Waldschlucht; Nagelfluhfelsen: verfestigte Kies- und Schotterablagerungen aus der Zeit des Tertiär.

 

Pestsäule Bad KohlgrubPestsäule

Am Weg vom Sportplatz zum Weiler Wäldle 1647 zur Erinnerung an die Pest errichtet. Jetzt an der Ostseite der St. Rochuskapelle zu finden.